Ein romantisches Programm mit sehr modernen Tendenzen - Ein Konzert mit sinfonischem Ausmaß? Das war in der Zeit der großen Violinvirtuosen wie Paganini und seinen Nachfolgern nicht vorgesehen, als Brahms für seinen Freund Joseph Joachim ein neuartiges ...
Ein romantisches Programm mit sehr modernen Tendenzen - Ein Konzert mit sinfonischem Ausmaß? Das war in der Zeit der großen Violinvirtuosen wie Paganini und seinen Nachfolgern nicht vorgesehen, als Brahms für seinen Freund Joseph Joachim ein neuartiges Violinkonzert schuf. Trotzdem schaffte er es, beide Aspekte in sich zu vereinen, sowohl eine Dominanz und Virtuosität der solistischen Stimme als auch orchestrales Klangbild, ohne die Tradition aufzugeben.
Ab den 1840er Jahren und schließlich 1854 vollendet, entstand »Les Preludes« von Franz Liszt, das noch im selben Jahr in Weimar uraufgeführt wurde. Fast fühlt man sich an Richard Wagner erinnert und in der Tat sandte Liszt seine neuveröffentlichten Tondichtungen an Wagner und erhielt von seinem Freund im Gegenzug die Partituren von »Rheingold« und »Walküre«. In einem gemeinsamen Konzert in Sankt Gallen wurde schließlich das neue Werk Liszts nochmals aufgeführt: eine neue moderne Musik, das von seiner Frische bis heute nichts eingebüßt hat. Es sollte eines seiner beliebtesten Werke werden.
Klanglich ganz in der Tradition Gustav Mahlers stehend und doch unerhört neuartig sind Alban Bergs »Drei Orchesterstücke« op. 6: Eine enorme Dichte, eine farbige Fülle von Harmonien, die sich bis zu zehnstimmigen Akkorden auftürmen. Trotz seiner Kürze entfaltet es in seinen drei Sätzen Präludium, Reigen und Marsch sinfonischen Reichtum, der an Schönheit und Komplexität unübertroffen ist.



